Tiefe Dankbarkeit

Fröhliche Volontäre vor dem Zendo: Chu-Won, Paul und Milan

Fröhliche Volontäre vor dem Zendo: Chu-Won, Paul und Milan

Seit ich bei einer Wanderung vor ein paar Jahren an dem Felsentor vorbei gekommen bin, bestand der starke Wunsch, dort längere Zeit zu verbringen und zum Glück besteht dort die Möglichkeit eines Volontariats. Man erkennt ja auf Anhieb, dass es ein ganz besonderer und beeindruckender Ort ist. Und dass das Felsentor somit für alle möglichen Projektionen und Sehnsüchte hinhalten muss, ist dadurch nachvollziehbar und etwas, was einem bei so einem Volontariat auch immer wieder begegnet; die Motivation der Leute an genau diesen Platz zu kommen.

So ein Tag im Felsentor sieht in der Regel so aus, dass morgens und abends gemeinsam meditiert wird und zwischen den durchweg fantastischen Mahlzeiten etwa 6 Stunden für Samu bereit stehen. Ein Großteil der Arbeit dient dem reibungslosen Ablauf der stattfindenden Kurse. Die Abreisetage sind auch die arbeitsintensivsten, denn es bleibt nicht viel Zeit bis zur Ankunft des nächsten Kurses, bis die Gäste Haus und Zimmer einladend gepflegt vorfinden. Dabei ist jede einzelne Arbeit eine Gelegenheit sich in Zen zu üben. Sozusagen eine richtig lange informelle Meditationsperiode. Möglichkeiten gibt es dazu z.B. beim Putzen, Wäscheberge zusammenlegen, Gemüse schneiden, beim täglichen Spüldienst, Zendo herrichten, Kräuter aus dem Garten ernten, Heu machen, die mit Gemüse bepackten Esel von der Frohmatte begleiten, Kidneybohnen palen…. es ist für jeden was dabei! Dabei wird man auch immer wieder erinnert, ob man schon eine Pause gemacht hätte (wann wird man das mal auf seiner Arbeitsstelle gefragt?) - denn es soll sich hier auch keiner überfordern. Und wenn es gelingt jede Tätigkeit mit einer offenen Bereitschaft als Zen zu begreifen, dann kann selbst das Klo putzen erfüllend sein. Wirklich! Dazwischen bleibt viel Zeit um diese unfassbar schöne Natur zu inhalieren, sich zu wundern, dass es immer anders ausschaut und sich sehr glücklich zu schätzen, an diesem Ort sein zu können.

Meine Eindrücke sind noch ganz frisch. Und das stärkste Gefühl, dass ich mitnehme ist vor allem tiefe Dankbarkeit. Für so vieles. Vor allem für die Offenheit der Hausgemeinschaft, sich immer wieder neuen Leuten zu zeigen und sie vertrauensvoll in das Zusammenleben hineinschauen zu lassen. Ich habe mich durch eure Gastfreundschaft so gut versorgt gefühlt! Ich möchte auch gern betonen, wieviel Würdigung man dadurch erlebt, dass in diesem Haus so viel Aufmerksamkeit auf die Hochwertigkeit der Produkte, Nahrungsmittel und Gegenstände gelegt und dieses so großzügig mit allen Gästen geteilt wird. Danke für die Erfahrung, dass es innerhalb einer Gemeinschaft möglich ist, in seiner Individualität mit all seinen (voll menschlichen) Seiten sein zu dürfen. Ich bin sehr dankbar für die Kontakte und intensiven Gespräche mit der Hausgemeinschaft und anderen Volontären. Ich fühle mich so so reich beschenkt, wünsche dem ganzen Felsentor alles Liebe (ja, auch dir Frieda!) und freue mich sehr auf ein Wiedersehen.

Chu-Won (35 Jahre) lebt mit ihrer Tochter in Berlin, wo sie als Psychologin in einer Kinderklinik arbeitet. Im September war sie als Volontärin bei uns. Nach langjähriger Erfahrung mit Vipassana hat sie im Felsentor nun ihre erste Begegnung mit Zen gehabt.