Innehalten

Der Poesie der Stille lauschen

Atem holen

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Erbe

Die Stiftung Felsentor wurde 1999 von Zen-Priester Vanja Palmers und dem Benediktinermönch Bruder David Steindl-Rast ins Leben gerufen, um an diesem speziellen Ort eine Stätte der Begegnung zu schaffen – der Begegnung mit Menschen, Tieren, der Natur, sich selbst, und letztlich mit dem grossen Geheimnis, welches viele und keinen Namen hat.

Frieden, Stille und Gemeinwohl sind die Grundwerte, die uns Richtung und Orientierung geben. Daraus entspringen viele andere Werte, die das Leben von allen bereichern können, die mit dem Felsentor verbunden sind.

Frieden verlangt nicht nur die Abwesenheit von gewalttätiger Auseinandersetzung, sondern – viel weiter gehend – Gewaltfreiheit in allen Bereichen. Die Freiheit, die da mitschwingt, schafft Raum für Entfaltung der Einzelnen in Heiterkeit und Gleichmut und für Festigung der Gemeinschaft durch Zusammenarbeit und Flexibilität.
Stille wird durch Schweigen und äussere Ruhe erleichtert, ist aber ein Wert, der sich von innen her entfaltet als Gelassenheit und Einfachheit im Umgang mit Menschen, Tieren und Dingen. Stille, so verstanden, ist ein hohes Ziel der Herzensbildung. Nur in Stille wird uns jene tiefe Verbundenheit mit dem Geheimnis des Lebens bewusst, die in Ehrfurcht gipfelt.
Gemeinwohl verlangt von allen, die zur Gemeinschaft gehören, Hellhörigkeit für die Bedürfnisse aller anderen, sowie Geduld und Freundlichkeit im Umgang mit ihnen. Wo Güte und Wohlwollen bewusst kultiviert werden, da ziehen sie immer weitere Kreise, bis das Mitgefühl keine Grenzen mehr anerkennt, und Zugehörigkeit alle und alles umfasst.

Das Felsentor wird als gemeinnützige Stiftung geleitet durch den Stiftungsrat, der die Geschicke des Ganzen lenkt. Als Ort ist das Felsentor das spirituelle Zuhause sowohl für die kleine Hausgemeinschaft, die mit ihrer täglichen Praxis das Zentrum lebendig erhält, wie auch für die Felsentor-Sangha, deren Mitglieder weit verstreut leben. Die Felsentor-Sangha ist ihrerseits Teil der grösseren Gemeinschaft, die an verschiedenen Orten in den USA und in Europa um den Zen-Meister Kobun Chino Otogawa Roshi entstanden ist. Insofern ist das Felsentor Teil einer Familie von miteinander verbundenen Zentren und örtlichen Sitzgruppen, die in dieser Tradition praktizieren. 


Stiftung


Vanja Palmers
David Steindl-Rast
Kobun Chino otogawa Roshi

Ort

Das Felsentor befindet sich in landschaftlich atemberaubender Lage, direkt über dem Vierwaldstättersee. Umgeben von Wäldern und Almen, gewährt der Ort mit seiner Kraft und natürlichen Schönheit einen idealen Rahmen für eine Zeit der Stille, des Rückzugs und der Meditation.

Geht man den historischen Fussweg von Weggis in Richtung Rigi-Kulm, begegnet man zuerst der Felsentor-Tierschutzstelle, die sich rund um die alte Stöckalphütte gruppiert. Etwas weiter oberhalb, nach einer Wegbiegung, öffnet sich der Blick plötzlich auf den See und das vielfältig gestaffelte Panorama der Vorgebirge und höheren Alpen im Hintergrund. Genau an dieser Stelle lädt zur Linken das Felsentor-Gartencafé mit seinem Pavillon und der sonnigen Gartenterrasse im Schatten grosser Tannen zum Verweilen ein; zur Rechten flankiert den Wanderweg ein historisches Berghotel, im Jahr 1869 erbaut und im Zuge der Stiftungsgründung sorgfältig renoviert. Umgeben von einem Hausgarten für Blumen und Heilkräuter, dient es heute als Gästehaus des Seminarzentrums. Im Hintergrund der Anlage, vom Weg aus kaum zu erblicken, bildet das 2004 neu gebaute Zendo (Meditationsgebäude) nach dem Vorbild japanischer Zen-Tempel ein fernöstliches Pendant zum historischen Gästehaus. Es ist eingebettet in einen weiträumigen Zen-Garten, der dem Ort eine Atmosphäre von Frieden, Stille, Harmonie und Schönheit verleiht.


Gebäude und Gartenanlagen
Zendo
Historisches
Onuphrius-Sage

 
 

Einfach

umgeben vom Zauber des Alltäglichen

Sein und staunen

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Alltag

So leben, dass alle glücklich sind – du, ich, die anderen, alle Wesen und Dinge und jeder Ort – wie geht das?

Das Felsentor wurde als Ort der Einkehr und Begegnung gegründet. Damit wir Menschen Frieden finden in Beziehung zu uns selbst und zu unserer Mitwelt, ist die Kultivierung der Stille eine wesentliche Grundlage. Meditation nimmt daher sowohl in unserer Lebensweise als auch in unserem Seminarprogramm einen wichtigen Platz ein. 

Die Formen unserer täglichen Übung wurzeln in der Soto-Zen-Tradition, die wir so authentisch wie möglich pflegen und weitergeben. Zazen, die gemeinsame Meditationspraxis des Sitzens in Stille, ist das Herzstück unserer Übung und begleitet unser Dasein bis in die alltäglichen Handlungen hinein. Unsere Gewänder und Roben nähen wir selbst; dieses Nähen von Hand nach alter Tradition ist eine besondere Praxis, die uns dabei unterstützt, unsere Schritte auf dem eigenen Weg zu klären und zu fördern. Während Sesshins oder Praxisperioden nehmen wir unsere Mahlzeiten auf traditionelle Art im Zendo ein (Oryoki). Alle diese Formen helfen uns dabei, eine Haltung der Stille, Heiterkeit und insbesondere der Freundlichkeit uns selbst und anderen gegenüber zu kultivieren. 

Darüber hinaus beinhaltet das Bemühen um eine friedvolle, nicht-verletzende Lebensweise einen respektvollen Umgang mit allen unseren Mitgeschöpfen, d. h. den Tieren, den Pflanzen und unserer Erde als Ganzes. Engagement im Tierschutz, insbesondere ein Überdenken unserer Haltung den sogenannten Nutztieren gegenüber, ist uns ein wichtiges Anliegen, um das Leiden in dieser Welt wirksam zu mindern.

Eine wesentliche Rolle spielt dabei die Art unserer Ernährung, denn sie ist potentiell für millionenfaches Leiden fühlender Wesen verantwortlich. Als Konsequenz daraus verwenden wir pflanzliche, biologische Nahrung, die wir zu einem grossen Teil auf unserem Biobauernhof, der Frohmatte, selbst erzeugen.


Zen-Begriffe

Wir

Unsere Gemeinschaft ist ein meist fröhliches Gefüge von acht bis zwölf Menschen, mit einem Sprachengemisch aus Deutsch und Schweizerdeutsch. Wir meditieren morgens und abends gemeinsam und halten tagsüber das Felsentor in Schwung und seine Gäste bei guter Laune. 

Unser Umgang miteinander ist achtsam, offen für die Verschiedenheiten, die Schwächen jedes Einzelnen gewährend. Wir wohnen im oder ums Felsentor und verdienen ein Grundeinkommen, das unsere Bedürfnisse deckt. Wir haben uns, über eine kurze oder längere Zeitspanne hinweg, für eine Lebensform entschieden, die zwar von der Arbeit her anstrengend ist, hingegen jedem/jeder von uns so viel mehr Möglichkeiten bietet als gewöhnlich in der berufsbezogenen Arbeitswelt anzutreffen wären. Diese Vielseitigkeit motiviert und inspiriert immer wieder. Eine gute Portion Humor, Idealismus und Hingabe unterstützen diese Lebensweise. 

Gemeinschaftssinn und eine stabile Persönlichkeit sind vorausgesetzt, um Freude daran zu haben, miteinander am selben Ort zu leben, zu üben und zusammen dieses Zentrum zu führen. Wir suchen unsere individuellen Wege, versuchen als Zen-Gemeinschaft Spiritualität, Arbeitsalltag, ökologisches Verhalten und Tierschutz zu verbinden.

 
 
 
 
 
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