Neal, das grosse Geschenk für unseren Garten

Der Felsentor-Garten war und ist diesen Sommer und Frühherbst eine wahre Pracht. Wer über die liebevoll wieder hergerichteten Steinwege flaniert, trifft auf kraftvolle Heilpflanzen wie Echinacea, Alant, Schafgarbe, Zitronenmelisse, Beifuss, Wermut oder Spitzwegerich. Weiter verzaubern ihn wundervolle Blüten von den purpurnen Rosen, der weissen Anemonen, dem pinkfarbigen Phlox, dem gelben Sonnenhut oder dem blauen Natternkopf. Auf der Holzbank vor dem verwunschenen Weiher mit weissen Seerosen ruht der Blick auf den Bergen und dem See, dahinter die untergehende Sonne, die ihr goldenes Licht verschenkt.

Im Wesentlichen haben wir es dem passioniertem Gärtner und Landschaftgestalter Neal Koga und unzähligen Volontär*innen sowie Samu-Gästen zu verdanken, dass unser Garten in diesem blendenden Zustand ist. Neal war von 25. Mai bis 5. August bei uns Volontär und hat den grössten Teil seiner Samu-Zeit im Garten verbracht. Unermüdlich war er damit beschäftigt, alte Steinwege wieder auszugraben, diese mit riesigen Steinen zu ergänzen, gewollte Pflanzen durch Umpflanzung und Befreiung von Unkraut zu stärken, zu jäten, zu sähen, den Weiher sanft zu reinigen und noch viel, viel mehr. Abends, wenn die gleissende Sonne weg war oder frühmorgens, goss er alle Pflanzen, deren Wurzeln nicht tief genug waren.

Oft, wenn wir alle schon beim Nachtessen waren, sah man Neal noch im Garten arbeiten. Ruhig und doch sehr bestimmt führte er jeden seiner Handgriffe aus und bewahrte dabei stets ein Lächeln im Gesicht. Das Abendessen zu verpassen war für ihn kein Thema: «Ich finde schon noch etwas in der Küche», war seine Antwort, wenn jemand ihn darauf aufmerksam machte.

Nicht nur im Garten war Neal eine tolle Unterstützung, denn genau so versiert ist Neal als Koch. Es war für ihn ein Leichtes, auch mal allein für das ganze Team zu kochen und allen schätzten seine kreative, vegane Küche. Wo Neal wohl seine Ausdauer, sein Ganz-im-Hier-Sein und seinen starken Willen hernimmt? Sicher nicht zuletzt aus seiner Sitzpraxis – niemand weiss so genau, ab wann Neal vor dem Morgengrauen zu meditieren begann, jedenfalls war er stets schon da, wenn der Doan das Zendo für die erste Meditation bereit machte. Eine andere Quelle dürfte seine Musik sein: Mit seiner engelhaften Stimme und virtuosem Gitarrenspiel trieb er so manchen das Tränenwasser in die Augen.

Herzlichen Dank, Neal, für deine riesige und grosszügige Unterstützung! Wir freuen uns, dass du bald wieder ins Felsentor kommst.

Text von Marion Sinniger

 
Stiftung Felsentor