Alpsommer 2026

Auf der «Felsentor» Alp Stöck und Undere Bueche waren diesen Sommer nebst den 8 Stück Rindvieh von unseren Nachbar Bauern in Fribergen und Grubisbalm wieder Ziegen. Und diesmal den ganzen Sommer. Das Beweiden mit Nutztieren ist ein wichtiger Beitrag zur Landschaftspflege. Das letztjährige 6-wöchigen Ziegen-Pilotprojekt konnte, da die Ansätze sehr erfolgsversprechend waren, auf die gesamte Alpzeit ausgeweitet werden. Zudem waren diesen Sommer ein Esel, ein Maultier und ein Pferd Gäste auf den Alpwiesen.

Die Trockenheit stellte uns vor etliche Wasserversorgungsprobleme und führte zu mangelndem Grasnachwuchs. Sodass die Alpungszeit für die Rinder 2 Wochen kürzer ausfiel und die Pferde bereits nach 2 Monaten wieder weiterziehen mussten. Für die Ziegen fand sich immer was Essbares, da «unsere» Ziegen noch lieber als Gras Laub und Rinde fressen. Und so der Verbuschung der Weiden sehr effektiv zu Leibe gerückt sind.


Eckdaten

Vieh: Esel, Maultier und Pferd sowie 19 Ziegen mit 11 Zicklein von der Besitzerin Tanja Burri, Landwirtin und Sozialpädagogin, Hof Meckerweidli, Hofstatt; 2 Kühe von Heri Hutter, Fribergen; 3 Kühe mit Kälbern vom Hof Grubisbalm

Zeitraum: 4. Mai bis 11. Sept 2026 mit den Ziegen, andere Tierarten jeweils kürzer.

Menschen: monatsweise jeweils 2 VolontärInnen; Alpteam Hannes Schicker und Andreas Schweizer (jeweils abwechslungsweise da)

Ziel: Vielfältige Wiesen durch Beweidung mit Wiederkäuern erhalten, den Sömmerungstieren Lebensgrundlage bieten und sie möglichst im Einklang ihrer ureigenen Bedürfnisse halten.

Arbeiten: Betreuung und Behirtung des Viehs, resp. Koppelzäune, Stallung bei Hitze und Unwetter, Fütterung drinnen, Wasser bereitstellen auf den Weiden, wo die Weidebrunnen versiegten, sowie viel manuelle Schnittarbeit, um der zunehmenden Verbuschung der Flächen gezielt entgegen zu wirken und gleichzeitig Schutz von besonders wertvollen Pflanzen gegen Verbiss.

Zen-Praxis: Die Tiere sind die besten Meditationslehrende. Und so machten wir diesen Sommer fast wöchentlich einmal die Morgenmeditation auf der Weide mit den Ziegen.


Fazit

Das Sömmerungsvieh scheint sehr zufrieden und ist gesund. Das gezielte Beweiden kombiniert mit Motorsäge verbessert die Weidepflege sichtbar: Brombeer- und Dornensträucher, wie auch Rinde von Gehölz werden von den Ziegen mit Vorliebe abgefressen. Die Beweidung leistet einen wertvollen Beitrag zu Pflege und Schutz der Alpenlandschaft sowie zum Erhalt der Flächen für die landwirtschaftliche Nutzung.

Die Hausgemeinschaft des Felsentors nimmt grossen Anteil, unterstützt mit viel Goodwill und feinem Essen und hilft bei Arbeitsspitzen tatkräftig mit.

Für das Alppersonal macht die Arbeit auf den Wiesen und die Kommunikation mit den Tieren viel Sinn und Spass.

Insbesondere: Die Ziegen machen riesig Freude, tolle Arbeit und finden auch bei grosser Trockenheit immer noch etwas zu Fressen!

Andreas Schweizer, 23.9.2026

 
Stiftung Felsentor