Was ist lebendiger Buddhismus?
In dieser Winterpraxisperiode erforschen wir, wie die Lehre des Buddha heute lebendig werden kann: nicht als bloße Bewahrung alter Formen, nicht als Anpassung an den Zeitgeist, sondern als konkrete Übung im Sitzen, Arbeiten, Schweigen und gemeinsamen Leben.
Dabei wenden wir uns auch den Alten zu: den Meister:innen, die uns den Geist des Nichtwissens gezeigt haben. Nichtwissen meint hier keine Unklarheit und kein Beliebigkeitsgefühl, sondern eine tiefe Offenheit. Ein Herz und ein Geist, die nicht vorschnell festlegen, was Dharma ist, wie Praxis auszusehen hat und wer wir selbst darin zu sein glauben.
Was ist das Alte, das nicht alt wird? Was ist das Eine, das in den Formen erscheint und doch nicht in ihnen aufgeht? Und womit kann es heute in Verbindung treten, wenn wir fragen, wie Dharma im Westen lebendig wird?
Gemeinsam untersuchen wir, was aus der Tradition wirklich trägt, was bloß Gewohnheit geworden ist und wo die Übung neu atmen möchte. Lebendiger Buddhismus entsteht vielleicht genau dort, wo wir den alten Weg ernst nehmen, ohne ihn zur Erinnerung erstarren zu lassen, und unserer Zeit zuhören, ohne ihr einfach nach dem Mund zu reden.
Das Angebot richtet sich sowohl an “Beginner“ Neueinsteigende wie an geübte Praktizierende.
Die Praxisperiode kann nur als ganzes gebucht werden.
In der letzten Woche der Praxisperiode findet ein Sesshin statt.
Am 24. Januar beenden wir die Praxisperiode mit der Shuso-Zeremonie.
Eine Teilnahme ist auch für Menschen, die bisher noch keine Erfahrung in der Zen-Praxis haben, möglich. Es gibt Anleitungen und Hilfestellungen.
Die Preise für Kost und Logis sind sehr niedrig angesetzt. Am Ende des Aufenthaltes wird um Dana für die Kursleitung gebeten.
Eine Stunde Arbeitsmeditation pro Tag (Samu/Karma Yoga) ist integraler Bestandteil bei allen Aufenthalten im Felsentor. Während des ersten Teils (3.-17. Januar) gibt es täglich drei Stunden gemeinsame Arbeitszeit. Im Sesshin vom 17. bis 24. Januar findet 1 Stunde Samu statt.
Die Mahlzeiten werden wir mit Oryoki einnehmen. Die Essschalen hierfür können bei uns für eine Leihgebühr von CHF 15 ausgeliehen werden.
HoKai Österle
HoKai Österle hat keinen geraden Weg genommen – aber einen wachen. Nach dem Studium der Politikwissenschaft kam es zu einem Gefängnisaufenthalt – ein radikaler Einschnitt, eine Konfrontation mit sich selbst, die den Wert von Klarheit, innerer Disziplin und eines bewussten Lebens sichtbar machte.
Nach der Haft arbeitete er in der psychiatrischen Pflege, leitete eine Einrichtung – und lernte, Menschen mit offenem Herzen und klarem Blick zu begegnen. Zen wurde für ihn dabei nicht zur Flucht, sondern zur Antwort auf die Zumutungen des Alltags, auf die Fragen, die nicht aufhören.
Früh schon wurde er durch die meditative Praxis seiner Eltern geprägt. Entscheidender jedoch war die Begegnung mit Kobun Chino Roshi, dessen stille Freude, heiteres Schweigen und die Freiheit eines mächtigen Lachens ihm zur Richtschnur wurden. In dieser Mischung aus Tiefe und Leichtigkeit erkannte HoKai Zen als eine Praxis, die lebendig, frei und zutiefst menschlich ist.
2004 wurde er von Vanja Palmers zum Priester ordiniert, 2008 empfing er von Reb TenShin Anderson Tokudo, und 2016 übertrug ihm Vanja im JiKoJi, Kobuns erstem Tempel in Kalifornien, ein Dharma. Die Dharmanachfolge hier im Haus übergaben ihm seine Eltern, KyuSei und GenKi Österle.
Seine Praxis ist geerdet: Zazen, meditatives Bogenschießen, Kochen, das Gespräch – und in der Mühle auch die ganz handfeste Arbeit, die der eines Hausmeisters gleicht: zuständig für alles, was eben anfällt. Daneben begleitet ihn seit über 40 Jahren der Mac als Arbeitsgerät und Gefährte – eine stille Konstante, die zeigt, dass sein Zen-Weg nicht abseits der Gegenwart, sondern mitten im modernen Leben geht.
HoKais Lehre ist ein Gehen ohne Eile, ein Sitzen ohne Flucht. Durchlässig für das Lachen, das innere Ringen und die Stille. Sie lädt ein, mit ganzer Haut, mit leiser Entschlossenheit und einem Hauch Zärtlichkeit durch diese Welt zu gehen.
Heute leitet er gemeinsam mit seiner Frau Pia die Altbäckersmühle im Taunus – ein kleines Zen-Kloster inmitten von Wäldern, Bächen und moosbewachsenen Bäumen. Aus einer alten Mühle ist ein Raum für Einkehr, Begegnung und geistige Übung geworden. Gemeinsam führen die beiden die Arbeit seiner Eltern weiter – in der Tradition des Soto-Zen, mit offenem Geist und unprätentiösem Ernst.
https://zen-zentrum-altbaeckersmuehle.de
Als Tanto: Othmar Annen
Kosten für Praxisperiode:
Vollpension im Mehrbettzimmer: CHF 945.- (45/Tag) inkl. MWSt.
Vollpension im Doppelzimmer: CHF 1275.75 (60.75/Tag) inkl. MWSt.
Vollpension im Einzelzimmer: CHF 1748.25 (83.25/Tag) inkl. MWSt.
zzgl. CHF 69.30 Kurtaxe und Beherbergungsabgabe ( 3.30/Tag) inkl. MWSt.
Im Anmeldeformular hast du die Möglichkeit, uns über Allergien oder Spezielles zu informieren.
Viele Fragen zum Aufenthalt am Felsentor können auf unserer Gut zu wissen Seite beantwortet werden: Gut zu wissen!